Von Träumen, Höhlen und Jubiläen

Das noch nicht ganz vergangene Jahr 2025 war ein Jubeljahr im Sauerland-Museum. Begonnen hatte es noch mit der bereits 2024 eröffneten kunsthistorischen Ausstellung „Zerrissene Träume“, die gerade vor dem Hintergrund der nach wie vor düsteren und seit Januar 2025 vielleicht noch etwas düster gewordenen Weltlage, die Stimmung der Besucherscharen traf und sogar noch weit in den März hinein verlängert werden konnte.

Weniger jubilierend erinnerte das Museum kurz darauf mit der Ausstellung „Was damals Recht war …“ an die oft vergessenen und wenig bekannten Opfer der NS-Wehrmachtsjustiz im und nach dem Zweiten Weltkrieg. Mitten drin: das große Museumsfest zum 100-jährigen Bestehen des Museums. Klein aber fein beging das Museum im Rahmen eines Festaktes mit Landrat Dr. Karl Schneider und Landesrätin Dr. Barbara Rüschhoff-Parzinger die Geburtstagsfeier. Draußen tobte am Internationalen Museumstag bereits der historische Jahrmarkt im Stile der 1920er Jahre – weite Teile der Museumsbesatzung erschienen dazu ebenfalls stilvoll verkleidet. Das Fest brachte den bisher besucherstärksten Tag seit Beginn der Aufzeichnungen in der Museumsgeschichte. Und diese 2.000 Besucher, ob groß oder klein, besuchten auch in all ihrer Vielfalt die doch sehr nachdenklich machende Ausstellung im Erweiterungsbau anlässlich der 80. Wiederkehr des Kriegsendes 1945.

Pünktlich zu den Sommerferien entstand an gleicher Stelle die Ausstellung „Bilder im Dunkeln“, die das Museum vom Neanderthal Museum geliehen hatte. In seinem größten Ausstellungsraum und im Dunkeln brachte sie Eindrücke aus den Höhlen Südfrankreichs und ihre Höhlenmalereien aus der Steinzeit ins Sauerland. Parallel dazu und ziemlich spontan hatte Nelja Lührs, Sammlungsleiterin im Sauerland-Museum, die Ergebnisse ihres „Kunst meets History“-Projekts im kleinsten Ausstellungsraum in einer sehr sehenswerten und beeindruckenden Schau zusammengetragen. Insgesamt drei Schulen hatten Werke dazu beigetragen. Museumsfest und Großveranstaltungen auf dem Museumshof parallel zum kleinteiligen Auf- und Umbau der Ausstellungen im Erweiterungsbau, das Rahmenprogramm und die vielen, vielen Veranstaltungen in der Vermittlung verlangten dem Museumsteam wieder einiges ab – umso stolzer können die Kolleginnen und Kollegen auf das Bewältigte, Erreichte und Gezeigte sein.

Die eigentliche große Eigenproduktion zum 100-jährigen Bestehen des Museums und der Gründung des Hochsauerlandkreises übergab das Museum dann am 9.10. der Öffentlichkeit. Seither lockt „Mit Herz, Hand und Verstand. Demokratisches Leben im Sauerland“ mit seiner Konzentration auf die demokratischen Abläufe und Mitwirkungsmöglichkeiten der Menschen vor Ort insbesondere Gruppen und vermehrt wieder Schulklassen ins Museum. Die Ausstellung läuft noch bis zum 12. April 2026.

Aber auch darüber hinaus verspricht das Sauerland-Museum auch 2026 wie immer wieder ein pickepackevolles Programm. Wenn Sie mehr erfahren möchten, abonnieren Sie den elektronischen Rundbrief oder lesen Sie an dieser Stelle in den nächsten Wochen mehr dazu. Hier nur so viel: Ab Juni ‘26 würdigt das Sauerland-Museum das 175-jährige Bestehen der IHK Arnsberg Hellweg-Sauerland mit einer Ausstellung über die Industrialisierung und anhaltende Industriegeschichte der Region, wie sie auch der Verein WasserEisenLand e.V. Industriekultur in Südwestfalen erzählt: „Macherland. Wo Industrie Geschichte schreibt“. Hier werden uns neben der Ausstellung zudem noch viele spannende Veranstaltungen erwarten.

Damit, aber auch mit vielen anderen Angeboten, betont das Sauerland-Museum erneut seine enge Anbindung an Schulen, berufliche Bildung und Bildungseinrichtungen im Hochsauerlandkreis und darüber hinaus. Bei all den vielen Möglichkeiten weise ich gerne wiederholt auf das Angebot für regelmäßig bis häufig wiederkehrende Besucherinnen und Besucher oder Familien hin, eine Jahreskarte für das Sauerland-Museum zu erwerben, um aber auch gar nichts zu verpassen. Schulen seien weiterhin freundlichst auf den „Mobillitätsfonds“ des Hochsauerlandkreises hingewiesen, der allen Schulen des Kreises freie Fahrt ins Museum garantiert – in Zeiten der deutschlandweit gültigen Fahrkarten ein noch einfacher zu nutzender Dienst unserer altehrwürdigen Institution: Es gibt keine Ausreden mehr!

So heißt es auch 2026 weiter: Kommt alle ins Sauerland-Museum – es ist Euer Museum und Ihr wart längst noch nicht alle da. Und wenn Ihr kommt – bringt alle mit: Freunde, Kinder, Verwandte usw.!

Das Museum wünscht allen viel Spaß und spannende Erlebnisse im Sauerland-Museum und vor allen Dingen ein gesundes und glückliches Jahr 2026!

Ihr Dr. Oliver Schmidt

der Museumsleiter

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