Das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold und der Kampf um die Demokratie
Der Raum „Sauerland“ in der Ausstellung „Mit Herz, Hand und Verstand. Demokratisches Leben im Sauerland“ behandelt die Umsetzung der Demokratie. Hier geht es unter anderem um die Verteidigung der Demokratie in der deutschen Geschichte. Beim Betreten des Raums wird es Ihnen sofort ins Auge fallen: das Banner des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold. In großen schwarzen Buchstaben steht auf dem goldenen Grund „Arnsberg“, die Bezeichnung der Ortsgruppe. Wenn Sie unsere Dauerausstellung kennen, wird es Ihnen vielleicht bekannt vorkommen. Doch nein, wir haben es nicht aus der Dauerausstellung entfernt, denn dort hängt das Banner der Ortsgruppe Brilon.
Auf dem Bildschirm in diesem Ausstellungsbereich finden Sie einen Zeitungsartikel vom 7.8.1924, in der die Gründung der Ortsgruppe Arnsberg angekündigt wird. In einem weiteren Artikel vom 23.8.1924 wird die tatsächliche Gründung am 9. August bestätigt. Es ist die Zeit der Weimarer Republik, die von vielen politischen Unruhen geprägt ist. Von SPD-Politikern aus Magdeburg im Februar 1924 gegründet, erhält die Organisation Reichbanner schon nach kurzer Zeit erheblichen Zulauf. Schon im Herbst 1924 sind ca. 1,5 Millionen Mitglieder versammelt. Ziel des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold ist der Schutz der Demokratie. Das beinhaltet auch, sich gegen die aufkommende Gewalt der Nationalsozialisten zur Wehr zu setzen. Dafür wird 1931 der Kampfbund „Eiserne Front“ gegründet. Auch im Sauerland kommt es zu Straßenschlachten. Neben dem Banner sehen Sie in der Ausstellung eine Wand voller Plakate. „Abrechnung!“, steht auf einem, „Hitlers Volksbetrug ist entlarvt!“. Auf einem anderen „Eiserne Front gegen Hitler-Barone“. Beides sind Wahlplakate zur Reichstagswahl 1932. Die Republik geht nicht kampflos unter.
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wird die Organisation verboten. Die SA geht mit Verhaftungen, Hausdurchsuchungen und Beschlagnahmungen von Vereinsmaterial gegen das Reichbanner vor. Banner wie das hier ausgestellte werden gesucht und verbrannt. Sie zu verstecken war lebensgefährlich, deshalb ist es umso bedeutsamer, dass zurzeit gleich zwei dieser trotz allem erhaltenen Banner im Sauerland-Museum ausgestellt sind.
