Willst du wirklich im Museum arbeiten? Ist das nicht sehr trocken?

Text Larissa Blaslov

Wenn Menschen aus meiner Umgebung hören, dass ich Geschichte studiere und in einem Museum arbeiten möchte, bekomme ich häufig ein Naserümpfen oder einen spöttischen Kommentar. Ist das nicht sehr trocken? Willst du das wirklich machen? Nach meinem ersten Praktikum, das ich als 15-Jährige im Sauerland-Museum absolviert hatte, stand bereits fest: Ja. Das möchte ich. Ich war von Anfang an fasziniert von der lokalen Geschichte, eben von allem, was quasi vor der Haustür passiert ist. Wie war das eigentlich bei uns im Sauerland mit der Machtübernahme durch die Nazis? Und wer hatte hier im Mittelalter das Sagen? Die Grafen von Arnsberg, die Kölner Erzbischöfe, ein Foto vom Hakenkreuz auf dem Glockenturm, Bilder von SS-Aufmärschen in Meschede, mit all dem kam ich erst im Sauerland-Museum so richtig in Berührung.

Vor sechs Jahren  arbeitete ich zusammen mit zwei Angestellten des Museums in einem Büro. Seitdem die Verwaltung in ein Nebengebäude, das Blaue Haus, gezogen ist, gibt es ein kleines Praktikantenbüro, in dem ich jetzt, während meines zweiten Praktikums als Geschichtsstudentin, alleine arbeiten konnte.

Mitten in den Vorbereitungen für die neue Dauerausstellung fielen auch für mich einige Aufgaben an: Ich suchte Bilder für Medienstationen aus, forderte Bildrechte an, fragte Exponatleihgaben in anderen Museen an, manchmal sogar auf Englisch, und arbeitete gemeinsam mit der Museumsleitung an den deutschen und englischen Exponatbeschriftungen. Für den Museumsleiter Dr. Schulte-Hobein durfte ich die ein oder andere Recherchearbeit  erledigen und auch an der  Vermarktung des Museums konnte ich ein kleines Stück weit mitwirken.

Ein großer Unterschied zum vorherigen Praktikum war natürlich der fehlende Museumsbetrieb mit Ausstellungen, Führungen und pädagogischen Programmen. Ausgeglichen wurde das für mich aber  dadurch, dass ich an der Konzeption der sehr spannenden neuen Dauerausstellung teilhaben durfte. Das ist ja eine Arbeit, die man nicht alle Tage in einem Museum erlebt. Der Einsatz von Medien, die Einbindung der Besucher in die Ausstellung und die moderne Gestaltung der Räume mit dem besonderen Farbkonzept gefallen mir sehr.

Abschließend kann ich guten Gewissens sagen, dass mir mein Praktikum hier wieder sehr großen Spaß gemacht hat und ich jederzeit wieder zurück ins Sauerland-Museum kommen würde.

Das Team sagt „Danke für den leckeren Museumskuchen.“

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