„Unter die Lupe genommen“

Regionalmuseen, Stadt- und Landesmuseen präsentieren an erster Stelle ihre eigene Geschichte. Das ist auch ihre Aufgabe. Wie gut diese Präsentation ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab: Exponatbestand, Ausstellungsgestaltung und -budget, Räumlichkeiten u. v. m.

Unsere Dauerausstellung war schon lange in die Jahre gekommen. Sie glich in einigen Räumen eher einer Sammlung als einer Ausstellung. Höchste Zeit, alles einmal ganz neu zu durchdenken. Aber warum ist das so zeitintensiv? Unter anderem weil der komplette Objektbestand gedanklich einmal „auf den Kopf gestellt“ und völlig neu geordnet wird.

Die Vorgehensweise dabei lautet nicht „Ausgestellt wird alles, was im Bestand ist“, sondern „Ausgestellt wird, was das Thema unterstützt“. Das bedeutet, erst erarbeitet man thematische Schwerpunkte, dann ordnet man die Objekte diesen zu. Fragen dabei lauten: Was ist das Besondere an unserer Region? Welche Ereignisse und Entwicklungen haben uns kurkölnische Sauerländer geprägt? Und was macht uns zu einer ganz eigenen, vielleicht unverwechselbaren Region?

Über Monate werden diese Fragen im Museumsteam und mit externen Beratern diskutiert. Denn der Blick von außen ist ganz wichtig. Sind die Themen festgelegt, werden die Exponate „unter die Lupe genommen“. Es geht darum, genau die Objekte auszuwählen, die das Thema spiegeln. Dabei ist weniger oft mehr. Ein  lieb gewonnenes Exponat ins Depot zu verbannen, fällt schwer, ist aber manchmal unumgänglich. Lediglich einzigartige [singuläre] Exponate versucht man immer, in die inhaltliche Konzeption einzubinden oder in einem besonderen Showroom wie dem Foyer zu präsentieren.

Nun beginnt die eigentliche Arbeit: Die Ausstellungsräume werden in einem kreativen Büro am PC gestaltet, im Museum diskutiert, verändert, vielleicht verworfen und neu durchdacht. Fehlende Ausstellungsstücke werden recherchiert, Texte geschrieben, Bildrechte eingekauft, Medienstationen geplant und „gefüllt“. Dann folgt die Ausschreibung der Gewerke, z. B. für den Bau der Podeste und Vitrinen.

Mehr als die Hälfte der Wegstrecke haben wir zurückgelegt. Aber wir haben auch noch etwas vor uns. Weiter geht’s. Zum Jahresende muss alles fertig sein, denn dann soll das Museum eingerichtet werden, damit wir im Frühjahr die Türen öffnen können.

Foto: Die alte Ausstellung (Fabian Stratenschulte)

 

 

Kommentare

  1. Endlich mal wieder Gelegenheit den „weiten“ Weg aus Osnabrück auf sich zu nehmen um im nächsten Frühjahr die neue Ausstellung „unter die Lupe“ zu nehmen!

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