Schatzkammer birgt sakrale Kunst

Das Sauerland-Museum hat künftig eine Schatzkammer. Wer die „Kammer“ betritt, trifft auf sakrale Kunst, die den Reichtum der Klöster im ehemaligen Herzogtum Westfalen spiegelt.

Klöster waren im Mittelalter nicht nur Orte des geistlichen Lebens, sondern auch Bildungszentren. Lange Zeit waren elementare Techniken wie Lesen und Schreiben nur in den Klöstern verbreitet. Die Mönche schrieben in den Schreibstuben Bücher ab und gründeten Schulen. Viele Klöster verfügen über reich ausgestattete Bibliotheken mit wertvollen Handschriften.

Mit 2.700 Werken gehörte Kloster Wedinghausen zu den bedeutendsten Bibliotheken im Herzogtum Westfalen. Kloster Oelinghausen zählte mit seinen Kunstschätzen im 18. Jahrhundert zu den reichsten Nonnenklöstern Westfalens.

Viele Kunstgegenstände ließ der Landgraf Ludewig X. von Hessen-Darmstadt im Zuge der Säkularisation in die Landeshauptstadt nach Darmstadt bringen. Hier befindet sich zum Beispiel auch der Hitda-Codex. Die von der Äbtissin Hitda des Damenstifts St. Walburga in Meschede um 1000 in Auftrag gegebene Bilderhandschrift wird in der neuen Ausstellung als Faksimile gezeigt.

Ein Exponat soll hier besonders hervorgehoben werden: die Rote Kapelle, eine Leihgabe der Kirchengemeinde St. Laurentius (Kloster Wedinghausen). Die Rote Kapelle ist ein kunstvolles liturgisches Gewand, das 1717 angefertigt wurde. Mit Goldfäden sind aufwendig Flussperlen aufgestickt. Goldborten zieren das gelbe Leinen und den roten Samt. Auf der Vorderseite der Kasel wächst aus einem Rost ein Lebensbaum, denn der Heilige Laurentius – der Schutzpatron der Propsteikirche – starb den Märtyrertod auf dem glühenden Rost. Das gestickte Monogram MRA steht für Maria. Die Rückseite ziert ein aus Goldfäden gesticktes Kreuz mit dem lateinischen Zeichen IHS, Jesus Christus InHocSigno. Das bedeutet übersetzt In diesem Zeichen wirst du siegen.

Im Moment befindet die Rote Kapelle sich noch in der Propstei St. Laurentius (siehe Foto). In der neuen Ausstellung wird das liturgische Gewand in einer großen Vitrine auf einem Kaselständer modern präsentiert. Die Objektträger werden in den Werkstätten Ackermann & Pfannenberg in Dresden hergestellt.

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