Nepomuk ist bereit für die „Schatzkammer“

Wieder kommt ein Exponat aus der Werkstatt eines Restaurators zurück. Diesmal ist es der Heilige Nepomuk: Märtyrer, Brückenheiliger und Patron des Beichtgeheimnisses.

Johannes Nepomuk stammt aus dem böhmischen Pomuk. Als junger Mann studierte er Kirchenrecht an der Prager Universität. Später war er Priester am Prager Dom und Generalvikar des Prager Erzbischofs.

Am 20. März 1393 nahm das leidvolle Schicksal seinen Lauf: Der junge Priester wurde auf Befehl des Königs Wenzel IV. gefangen genommen. Der Legende nach soll Nepomuk der Beichtvater der Königin gewesen sein. König Wenzel ließ ihn foltern, um auf diese Weise die Preisgabe ihrer Geheimnisse zu erzwingen. Doch Nepomuk schwieg auch unter der Tortur. Schließlich veranlasste der König die Ermordung des treuen Beichtvaters. Er ließ ihn von einer Brücke in die Moldau stoßen und ertrinken.

Der junge Priester starb im Alter von 23 Jahren. Nachdem man seinen Leichnam geborgen hatte, wurde er im Prager Dom beigesetzt. Viele Jahre später öffnete man sein Grab: Die Leiche war verwest, die Zunge jedoch vollständig erhalten. Somit gilt Nepomuk noch heute als „Märtyrer des Beichtgeheimnisses“.

Heute sehen wir den Heiligen Nepomuk in Kirchen und auf Brücken. Manchmal trägt er ein Kreuz im Arm, manchmal hält er einen Finger zum Schweigen an den Mund. Der Arnsberger Nepomuk hat mittellange gelockte Haare und einen Bart. Er trägt ein Birett auf dem Kopf, ein bodenlanges Untergewand, ein spitzenbesetztes Chorhemd und eine Pelzstola (Mozetta).

In der neuen Dauerausstellung wird die farbige Holzskulptur künftig die „Schatzkammer“ – das ist der Name des Ausstellungsraumes – schmücken. Dort steht sie auf einem Sockel neben anderen Kirchen- und Klosterexponaten aus dem ehemaligen Herzogtum Westfalen.

Dass die Skulptur heute optisch und konservatorisch in einem so guten Zustand ist, verdanken wir dem Knowhow des Restaurators Jochen Winkelbach. In dem Bielefelder Atelier wurde die Skulptur aufwendig restauriert: Nach einer konservatorischen Bestandssicherung wurden hochstehende Malschichten und lose Malschollen gesichert. Malschichten, die sich nicht mehr an der richtigen Stelle befanden, wurden wieder zugeordnet und richtig platziert, großflächige Fehlstellungen aus ästhetischen Gründen retuschiert.

Große dachartige Abhebungen werden unterspritzt

Und so kann man den Heiligen Nepomuk schon im nächsten Jahr wieder in seiner ganzen Pracht in der musealen „Schatzkammer“ betrachten.

Fotos: Jochen Winkelbach

Kommentare

  1. Das sind gute Nachrichten. Ich hoffe, ihn bald leibhaftig bewundern zu können. Ein sehr schöner Blog übrigens!

    • Vielen Dank. Wir freuen uns über jeden Leser und hoffen, dass Sie unsere neue Ausstellung im nächsten Jahr besuchen werden.

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