Lena Giacalone über ihr Praktikum, die neue Ausstellung und Medien im Museum

Lena Giacalone ist Studentin an der Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Sie studiert im dritten Semester Geschichte und Germanistik. Heute beendet sie ihr vierwöchiges Praktikum im Sauerland-Museum.

Lena, du machst ein Praktikum in einem Museum ohne Ausstellungen, weil das Haus während des Umbaus geschlossen ist. Hast du trotzdem eine Vorstellung davon bekommen, was Museumarbeit ist?

Ja, auf jeden Fall! Auch wenn zurzeit keine Ausstellungen stattfinden, geht die Organisation hinter den Kulissen ja weiter. Natürlich fiel das Vorbereiten der Sonderausstellungen weg. Dafür habe ich aber mitbekommen, wie die neue Dauerausstellung konzipiert wird.

Was für Vorstellungen hattest du, bevor du dein Praktikum begonnen hast?

Ich hatte, ehrlich gesagt, keine Vorstellungen, da ich ja wusste, dass es sich nicht um ein Museumspraktikum im eigentlichen Sinne handeln würde. Ich habe schon erwartet, dass es eine kreative Arbeit ist, zu der natürlich auch bürokratische Abläufe gehören. Es hat mich dann aber doch überrascht, wie viele Detailaufgaben anfallen.

Konntest du in verschiedene Arbeitsbereiche hineinschnuppern und wenn ja, welche waren das?

Oh ja! Das Museumsteam hat mich in viele Arbeitsabläufe mit einbezogen. Ich habe z.B. Urheberrechte eingeholt, habe gesehen, wie Medienstationen geplant werden und wie die dazugehörige Recherche betrieben wird. Und ich habe an Besprechungen zur Ausstellungsgestaltung teilgenommen. Es war interessant für mich zu sehen, wie detailliert die Einrichtung des neuen Museums geplant wird.

Welche Arbeiten waren für dich die spannendsten oder was hat dir am meisten Spaß gemacht?

Da kommt die Studentin in mir durch. Ich muss wirklich sagen, dass die Recherche und das Einlesen in Themen, an denen ich mitgearbeitet habe, mir am meisten gefallen haben. Ich habe z.B. für den Ausstellungsraum „Weimar“ die Geschichte von Schwarz-Rot-Gold recherchiert und für die Steinzeitabteilung ein Quiz entworfen. Auch wenn das vielleicht bloß Skizzen sind, war es dennoch wichtig, dass ich selbst recherchiert und nicht einfach etwas aus dem Internet kopiert habe.

Du hast also schon einen umfangreichen Einblick in die neue Ausstellungskonzeption bekommen!

Ja. Ich habe die Pläne und Screenshots von der neuen Ausstellung gesehen und an Begehungen vor Ort teilgenommen. Mir wurde erklärt, wie die verschiedenen Räume später bestückt werden und was dafür noch erarbeitet werden muss. Alle Aufgaben, die ich ausgeführt habe, bezogen sich auf die Konzeption. Das Museumsteam hat mir dabei immer erklärt, wo und wie diese Arbeit später eine Rolle spielen wird. Das fand ich besonders gut.

Du hast auch Medienstationen erwähnt. Du gehörst ja zur Generation der Millenials. Man sagt auch Digital Natives. Wie wichtig ist dir Medieneinsatz im Museum und welche Medien würdest du erwarten?

Ich persönlich denke, dass Medien eine reine Unterstützung sind, um das Wissen kompakter zu vermitteln. Für mich sind Medien im Museum kein Muss. Sie machen den Museumsbesuch ja nicht immer zu einem größeren Erlebnis. Allerdings finde ich es gut, wenn man sich durch eine Medienstation intensiver über ein Thema informieren kann.

Ist deiner Meinung nach der Medieneinsatz in der neuen Dauerausstellung gelungen?

Die Medienstationen, die ich gesehen habe bzw. an denen ich mitarbeiten konnte, auf jeden Fall! Sie bieten für verschiedene Altersgruppen thematische Vertiefungen, z. B. in Form eines Quiz oder Steckbriefes.

Kommt ein Museumsberuf für dich in Frage oder gibt es alternative Berufswünsche?

Ich bin mir noch nicht sicher, wohin mein Weg mich nach dem Studium führen wird. Aber ich glaube, das ist bei meiner Fächerwahl auch nicht so schlimm. Ein Museumsberuf kommt für mich definitiv in Frage.

Du kennst das alte Sauerland-Museum ja sicher aus deiner Zeit als Schülerin. Was für Erwartungen hast du an das neue Museum?

Es ist wirklich schon eine Weile her, dass ich dort mit meiner Schulklasse war! Natürlich freue ich mich darauf, das Museum in einer vergrößerten Version zu sehen. Die Ausstellungen werden sich sicher sehr verändern. Ich erwarte eine Dauerausstellung, die für jede Altersgruppe geeignet und interessant ist. Besonders freue ich mich natürlich darauf, die Bereiche zu sehen, an denen ich in meiner Zeit hier mithelfen durfte!

Kommentar verfassen