Die kurkölnische Fahnenspitze ist neu im Sammlungsbestand

Auf dem Bild sehen Sie eine Fahnenspitze. Sie stammt aus der Herrschaftszeit des Kölner Kurfürsten und Erzbischofs Joseph Clemens. Die Vorderseite zieren die Mutter Gottes mit dem Jesuskind, der Erzengel Michael und das kurkölnische Wappen. Umrahmt wird die bildliche Gestaltung von der Inschrift: Wenn sich Krieg gegen mich erhebt, so verlasse ich mich auf ihn.

Die Fahnenspitze ist ein wertvolles Exponat, das extra für die Ausstellung erworben wurde.

Der Heilige Sebastian als Schutzpatron der Schützen und des Militärs schmückt die Rückseite, außerdem das Wappen der Stadt Arnsberg mit dem Kurhut.

Das Herzogtum Westfalen war ein Teil des Erzstifts Köln. Die Erzbischöfe waren nicht nur geistliche Herrscher, als Kurfürsten übten sie auch weltliche Herrschaft aus. Die Bezeichnung Kurfürst geht auf das mittelhochdeutsche Wort kur (Wahl) zurück, aus dem das neuhochdeutsche küren (wählen) entstanden ist. Die Fürsten tragen den Zusatz Kur, weil sie seit dem 13. Jahrhundert den König des Heiligen Römischen Reiches wählten. Ursprünglich gehörten zum Wahlkollegium drei geistliche Fürstbischöfe, und zwar die Erzbischöfe von Mainz, Köln und Trier, und vier weltliche Fürsten, nämlich der Pfalzgraf bei Rhein, der Herzog von Sachsen, der Markgraf von Brandenburg und der König von Böhmen.

Die Kurfürsten von Köln ließen die ehemalige Grafenburg von Arnsberg zum Residenzschloss ausbauen. Arnsberg entwickelte sich zum Regierungssitz. Der Landtag, die Zusammenkunft der Landstände, des Herzogtums Westfalen fand im Arnsberger Rathaus statt. Die Landständeversammlung setzte sich aus einer Ritterkurie (einheimische Adelige) und einer Städtekurie (die Bürgermeister) zusammen. Noch heute ist der Rittersaal im Rathaus danach benannt. Die Landstände nahmen großen Einfluss auf die Politik. Sie legten die Finanzen fest, die dem Kurfürsten zu Verfügung standen, und bildeten dadurch ein Gegengewicht zu den machtvollen Fürsten.

In der neuen Dauerausstellung wird ein Raum den Kölner Kurfürsten gewidmet. Jedem einzelnen Fürstenporträt wird ein Exponat gegenübergestellt, das die Geschichte der Persönlichkeit erzählt. Joseph Clemens zum Beispiel erhält die hier gezeigte Fahnenspitze, Clemens August, der ein Freund der hohen Jagd war, den Meißner Jagdpokal und Ernst von Bayern, der Erbauer des Landsberger Hofes, ein Bildnis seiner Mätresse Gertrud von Plettenberg und eine mit einem Augenzwinkern erzählte romantische Liebesgeschichte.

 

 

 

 

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