Hessische Soldaten in neuer Ausstellung

Nach und nach trudeln die Exponate für die neue Dauerausstellung ein. Auch zwei hessische Soldaten. Ihre Uniformen stammen aus der Frankfurter Werkstatt von Klaus Schäfer-Wilkens. Er ist Mitglied in der „Gesellschaft für hessische Militär- und Zivilgeschichte“. Als Historiendarsteller hält er das Hessische Leibgarderegiment lebendig.

Der Offizier und der Soldat sind um die 1,70 m groß und schlank. Der Soldat trägt einen dunkelblauen Uniformrock mit weißen Litzen, Gamaschen über der blauen Hose, auf dem Kopf einen Tschako mit einer Kokarde (Abzeichen) in den Landesfarben Rot und Weiß. Den schildförmigen Beschlag am Tschako ziert der hessische Löwe. Die gekreuzten Bandeliers aus weißem Leder halten Säbel, Bajonett und Patronentasche. Seine Haupt-bewaffnung ist die Muskete. Immer dabei: Brotbeutel und Kalbsfell-Tornister.

Der Offizier trägt seine weiße Hose in die Stiefel gesteckt, einen einreihigen Rock und weiße Lederhandschuhe. Auf dem Kopf einen schlichten Zweispitz. Das Rangabzeichen auf der Schulter weist ihn als Kompanie-Offizier aus. An der linken Seite hängt der Degen.

Die Figurinen stehen stellvertretend für Tausende Soldaten, die unter Napoleon in den Krieg gezogen sind. In der Ausstellung werden sie das Gemälde des Großherzogs Ludewig von Hessen-Darmstadt flankieren, in ihrem Rücken Stoffballen in den Landesfarben. Die Stoffe symbolisieren die Massenrekrutierung für den Russlandfeldzug. Die Szene wird in der Ausstellung in einen historischen Kontext eingebettet.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts eroberte Napoleon Bonaparte große Teile Europas. Deutschland bestand zu dieser Zeit aus vielen kleinen geistlichen und weltlichen Staaten. Napoleon teilte das Land in neue große Bezirke ein. Das Herzogtum Westfalen fiel an den Landgrafen Ludewig von Hessen-Darmstadt. Der Landgraf wurde zum Großherzog ernannt und  musste im Gegenzug dem Militärbündnis des Rheinbundes beitreten. Das bedeutete: Er  verpflichtete sich, für die Armeen Napoleons Soldaten zu stellen. Mit welch fatalen Folgen, zeigte sich 1812 im Russlandfeldzug. Mehr als 600.000 Soldaten waren an Napoleons Angriff auf Russland beteiligt. Der Landgraf von Hessen-Darmstadt musste allein 5046 Männer stellen, viele aus dem Herzogtum Westfalen. 4706 starben, die meisten von ihnen an Hunger und Kälte. Nur 340 kehrten nach Hause zurück. Napoleon verlor den Krieg und floh nach Paris.

Tschako mit hessischem Löwen und Pompon

Säbel mit Troddel

 

 

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