Blütenpracht

Ich möchte Sie heute gerne zu einem kleinen Spaziergang auf der Museumspromenade verleiten. Die Englische Promenade – wie sie richtig heißt – liegt direkt unterhalb des historischen Museumsgebäudes (Landsberger Hof) und empfängt Sie mit einer wunderschönen frühsommerlichen Blütenpracht aus  verschiedenen Rot-Blau-Tönen. Dieser Anblick ist auch für uns ganz neu, denn die Beete wurden erst unmittelbar vor der Eröffnung des Gebäudes im September angelegt und blühen nun zum ersten Mal.

Manch ein Kunstfreund wird sich beim Anblick des farbintensiven Klatschmohns vielleicht an das bekannte Gemälde „Mohnfeld bei Argenteuil“ von Claude Monet erinnert fühlen. Ein anderer denkt vielleicht eher an Vincent van Goghs „Vase mit roten Mohnblumen“. Fest steht: Der Klatschmohn diente vielen Künstlern und Literaten als Inspiration.

Die Symbolik des Klatschmohns ist je nach Kultur sehr unterschiedlich. In England gilt der Klatschmohn als Symbol für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Soldaten. Durch seine Farbe erinnert er an das Blut der im Gefecht gestorbenen Männer, zudem soll die Klatschrose die Pflanze gewesen sein, die als Erste auf den Soldatengräbern erblühte. In Persien steht der Klatschmohn für die Liebe, der schwarze Stempel für das manchmal damit verbundene Liebesleid.

Bleibt noch die Frage zu beantworten, wie der Klatschmohn zu seinem Namen kam. Der Name entstammt einem Kinderspiel, das schon im Mittelalter beliebt war. Die Kinder bildeten mit Daumen und Zeigefinder einen Ring, auf den sie die rote Blüte legten. Mit der freien Hand klatschten sie auf die Blüte, sodass ein Geräusch entstand. Später entwickelte sich daraus ein Liebesorakel, bei dem die Lautstärke des klatschenden Geräusches über die Frage „Liebt er mich, oder liebt er mich nicht“ entschied.

Nun wünsche ich Ihnen einen schönen sonnigen Spaziergang über die Museumspromenade. Und vielleicht gehen Sie bis zu den Ruhrterrassen, wo Sie schön am Ufer verweilen können. Genießen Sie den Tag!

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